Aus dem ganzen, gewachsenen Chaga-Knoten — kein Myzel, kein Getreidesubstrat
Dreifach-Extraktion über 6 Wochen mit Alkohol, Wasser und Glycerin
Handgemacht in Wien in kleinen Chargen in unserer eigenen Manufaktur
100 ml — bei einem Teelöffel täglich rund drei Wochen
Der Pilz für die dunklen Monate
Chaga ist der Pilz des langen Winters. Dort, wo er wächst — in Sibirien, in Nordskandinavien, in den Wäldern Kanadas —, gab es sechs Monate im Jahr kein frisches Grün, keine Beeren, keine Kräuter. Was es gab, war ein schwarzer Knoten an einer Birke, den man abschlagen, zerkleinern und auskochen konnte. Genau dafür haben ihn die Menschen dort verwendet: als das, was man trinkt, wenn sonst nichts wächst.
Zwei Kontinente, dieselbe Anwendung — und das ist der eigentliche Punkt
Es gibt ein Argument für diesen Pilz, das stärker ist als jede Überlieferung aus einer einzelnen Region: Zwei Völkergruppen, die nie Kontakt zueinander hatten, sind unabhängig voneinander auf dieselbe Anwendung gekommen.
In Sibirien haben die Chanty am Großen Jugan ihn kleingeschnitten, aufgekocht und getrunken; die Asche verbrannter Stücke diente als Waschlauge, das glimmende Innere zum Räuchern. Dokumentiert hat das die estnische Ethnologin Ester Saar in einer Feldarbeit von 1987 mit achtzehn Gewährsleuten, publiziert 1991.
In Kanada haben die Woods Cree und die Chipewyan ihn ausgekocht und getrunken. Die Secwepemc, Gitxsan und Ktunaxa entzündeten angefeuchtete Stückchen direkt auf der Haut über schmerzenden Gelenken. Und weil das Innere stundenlang glimmt, ohne zu verlöschen, trug man in ihm das Feuer von Lagerplatz zu Lagerplatz. Beschrieben haben das die Ethnobotanikerinnen Nancy Turner und Alain Cuerrier 2022 in der Fachzeitschrift Botany.
Die Namen erzählen die Vertrautheit mit: wîsahkêcâhk omikîh — „Wisakecaks Schorf" bei den Cree. stiʔíkw — „brennende Kohle" bei den Syilx. diyu — „es glimmt" bei den Dakelh.
Als der sowjetische Staat ihn prüfte
1955 nahm das sowjetische Gesundheitsministerium ein Chaga-Präparat namens Befungin offiziell in die Arzneimittelliste auf — nach klinischer Prüfung, registriert unter anderem bei Magenbeschwerden und als allgemeines Kräftigungsmittel. Es ist bis heute erhältlich. Ein Staat, der Volksmedizin sonst wenig Geduld entgegenbrachte, hat sich in diesem einen Fall die Mühe gemacht, sie zu untersuchen.
Bekannt wurde der Pilz im Westen durch die Literatur: Alexander Solschenizyn beschrieb ihn 1968 in einem Roman als das Mittel, das die Bauern seiner Gegend tranken. Von da an suchten Menschen außerhalb Russlands nach ihm.
Halb Pilz, halb Birke
Chaga ist keine gewöhnliche Pilzfrucht. Er ist ein Sklerotium — ein harter, jahrelang wachsender Dauerkörper, der sich aus dem Holz der lebenden Birke aufbaut. Deshalb enthält er Stoffe, die der Pilz gar nicht selbst herstellt, sondern aus dem Baum bezieht: Betulin und Betulinsäure, die charakteristischen Triterpene der Birkenrinde. Dazu kommt, was der Pilz selbst bildet — Polysaccharide und Beta-Glucane, Polyphenole, und das Melanin, das ihm sein tiefes Schwarz gibt und für das er unter allen Pilzen bekannt ist.
Er ist damit ein Auszug aus zwei Organismen gleichzeitig. Das gibt es kein zweites Mal in unserem Sortiment.
Warum ein Aufguss nicht genügt
Die Inhaltsstoffe des Chaga verteilen sich auf zwei chemische Lager: Die Polysaccharide und das Melanin sind wasserlöslich, die Triterpene aus der Birke — Betulin und Betulinsäure — sind es nicht. Wer nur heißes Wasser darübergießt, holt die eine Hälfte heraus und lässt die andere im Pilz.
Deshalb ziehen wir sechs Wochen lang dreifach aus: mit Alkohol, mit Wasser und mit Glycerin, in getrennten Schritten, und führen die Auszüge erst danach zusammen. Aus dem ganzen, gewachsenen Chaga-Knoten — ohne Myzel, ohne Getreidesubstrat. Handgemacht in Wien, in kleinen Chargen.
Einnahme
1 bis 2 Teelöffel pro Tag, pur oder in etwas Wasser. Bei einem Teelöffel täglich reichen 100 ml rund drei Wochen. Chaga schmeckt mild, erdig und leicht vanillig — von allen unseren Pilztinkturen ist er die zugänglichste. Wer ihn lieber trinkt: Er passt gut in Kaffee, in warme Pflanzenmilch oder in Chai.
Inhalt: 100 ml | Empfehlung: 1 bis 2 Teelöffel pro Tag
Zur europäischen Gesetzgebung
Heilpilze und Heilpflanzen sind keine Erfindung der Moderne. Die Menschheit verwendet sie seit Jahrtausenden als Medizin — und die moderne Pharmazie hat ihre Wurzeln genau dort: im Pflanzenwissen der Völker. Aspirin kommt von der Weide, Penicillin vom Schimmelpilz, Chinin gegen Malaria von der Chinarinde.
Wir dürfen dir das gesetzlich nicht sagen — zumindest nicht so direkt, wie wir es gerne würden. Die europäische Health-Claims-Verordnung (EU 1924/2006) verbietet gesundheits- und krankheitsbezogene Aussagen für Nahrungsergänzungsmittel, solange sie nicht durch ein aufwendiges EU-Zulassungsverfahren bestätigt wurden. Das betrifft nahezu alle pflanzlichen und pilzlichen Wirkstoffe — egal wie alt und wie gut erforscht ihre Anwendung ist.
Deshalb laden wir dich ein, selbst zu recherchieren. PubMed ist die weltweit größte Datenbank für wissenschaftliche Studien — frei zugänglich, kostenlos. Hier geht es direkt zu den Studien über Chaga auf PubMed.
Dieses Produkt ist ein Nahrungsergänzungsmittel und kein Arzneimittel. Es ist nicht zur Diagnose, Behandlung oder Heilung von Krankheiten bestimmt.
Gut zu wissen: Chaga enthält von Natur aus Oxalsäure. Wer zu Nierensteinen neigt oder eine Nierenerkrankung hat, sollte die Einnahme mit seiner Ärztin oder seinem Arzt besprechen und es bei der empfohlenen Menge belassen.
Quellen
Saar M.: Fungi in Khanty folk medicine. Journal of Ethnopharmacology 1991; 31(2):175–179. — Feldarbeit 1987 am Großen Jugan.
Turner N.J., Cuerrier A.: „Frog's umbrella" and „ghost's face powder": the cultural roles of mushrooms and other fungi for Canadian Indigenous Peoples. Botany 2022; 100(2):183–205.
Prakofjewa J. et al.: Boletus edulis and Inonotus obliquus — the history of use in the western borderlands. IMA Fungus 2024; 15:22.
Befungin: Aufnahme in die sowjetische Arzneimittelliste 1955, Gesundheitsministerium der UdSSR.
Solschenizyn A.: Krebsstation. Roman, 1968.
Zu Betulin und Betulinsäure im Chaga sowie zu Melanin und Polysacchariden: Übersichtsarbeiten zu Inonotus obliquus, abrufbar über den PubMed-Link oben.
Mehr zu diesem Pilz: Chaga: Wirkung, Tee-Zubereitung und Herkunft des Birkenpilzes